(Zupancic Miklos Karoly)
20.9.1856 - 13.11.1929
Zupancic N. C. wurde am 20. September 1856 als Sohn eines Barbiers, Dentisten, Malers und Bildhauers Vatroslav (Ignatz) Zupancic in Karlovac (Karlsstadt), Kroatien geboren und absolvierte das Agramer Konservatorium. Mit 18 Jahren meldete er sich nach Wien, in die Militärkapelle des Fußregiments Nr. 76, welches unter der Leitung von Hofkapellmeister Carl Michael Ziehrer stand.
Anlässlich eines Gastspiels der Kapelle in Ödenburg (Sopron) im Jahre 1876 erhielt Zupancic nach einem "bravourös gespielten Cello-Solo der Wilhelm-Tell-Ouverture von Rossini" zahlreiche Einladungen aus privaten Kammermusikkreisen, die ihn bewogen, nach seinem Abschied vom Militär in Ödenburg sesshaft zu werden.
Zunächst als Privatlehrer tätig, übernahm er 1887 die Geigen- und Celloklassen der neu ins Leben gerufenen Musikschule des (1829 gegründeten) Ödenburger Musikvereins, und unterrichtete zusätzlich auch im ehemaligen "Lähne"-Institut Geige und Gesang.
*K: "Von Beginn an hat er seine Schüler nicht nur Geige und Cello spielen gelehrt, sondern ihnen seine grenzenlose Begeisterung für die Kammermusik in die Herzen gepflanzt. Auch nach seinem Unterricht spielte er fast täglich mit seinen Schülern Trios oder Quartette, und am Sonntag vormittag - winters wie sommers - wurde gemeinsam im zunächst noch winzigen, aber ständig wachsenden Streichorchester musiziert.
Um auch den Jüngsten das Mitspielen zu ermöglichen und um sie möglichst früh an das Zusammenspiel zu gewöhnen, hat er oft eigenhändig Stimmen für sie geschrieben oder - bis die Schüler den Bratschenschlüssel erlernt hatten - Bratschenstimmen für sie umgeschrieben."
In den bis 1914 regelmäßig stattfindenden Konzertveranstaltungen des von ihm gegründeten H-M-B-Clubs wurden neben den Klassikern auch viele andere Kompositionen aufgeführt: Auch Erstaufführungen wie das A-dur Streichquartett von Ernst v. Dohnanyi oder Klavierstücke von Karl Goldmark (dem Schöpfer der Oper "Die Königin von Saba") sind in den Programmen zu finden. Als Gäste wirkten oft bedeutende Musikerpersönlichkeiten dieser Zeit - aus Wien und dem Ausland mit, z.B. das Prager Streichquartett oder Marie Soldat-Roeger. Die Veranstaltungen kosteten viel Geld und es kam mehrmals vor, dass Zupancic die Hilfe eines Mäzens in Anspruch nehmen und auch einen Teil der Kosten selbst bestreiten musste.
*K: Aber nicht nur seine Zeit, sondern - wenn er welches hatte - auch sein Geld hat er auf dem Altar der Musik geopfert."
Noch an Zupancics Sterbebett musste Klafsky ihm versprechen, den H-M-B-Club am Leben zu erhalten, aber vor allem, die Serie der Eisenstädter Karfreitags-Konzerte nicht abreißen zu lassen.
Idealismus, Liebe zur Musik und auch Talent hat Zupancic seinen 6 Kindern mitgegeben, von denen die 4 Söhne später erfolgreich die Musikerlaufbahn beschritten. Mit seiner 1. Frau (Louise Merkl) wie auch mit der 2. (Leopoldine Hübner) hatte er jeweils zwei Söhne und eine Tochter. So groß seine Begeisterung für die Musik war, liebte er aber auch die Berge und so unternahm er oft mit seiner Familie und mit Freunden Ausflüge auf die nahegelegenen österreichischen Berge - natürlich mitsamt Musikinstrumenten!
*K: Während des Aufstiegs wurde nicht gesprochen, um die Atmung zu erleichtern und umso besser dem Gesang der Vögel und den kleinen Bergbächen zuhören zu können, welch letztere nach Meinung von Zupancic immer in C-Dur gestimmt waren. Wenn der Weg für die Kinder zu schwierig war, wurde der Kleinste ganz einfach in den Rucksack gesteckt. Oben, "in Sternennähe", wurden die Instrumente ausgepackt und 3-4 Trios gespielt. Das Programm wurde auf ein Pergament geschrieben und in einer Flasche an der Stelle des stattgefundenen Konzerts vergraben."
"Als Musiker ein Vorbild, Beispiel eines Idealisten, seinen Ideen treu, - die Erinnerung an N. C. Zupancic ist durch von seinen Schülern gestiftete Marmortafeln verewigt - aber stärker als Marmor halten seine in die Welt gezogenen Schüler die Erinnerung an ihren Meister wach." (H. Klafsky 1969)
Bildlegende: N. C. Zupancic 1903
* Die Kursiv-Passagen in obenstehender Biographie stammen aus der von H. Klafsky 1969 gehaltenen Gedenkrede anläßlich Zpcs 40. Todestages.