17. Propst, 2005 - 2013
geboren in Graz, Heimatpfarre Mogersdorf
29. 06. 1980 Priesterweihe im Dom zu Eisenstadt
01. 09. 2005 - 31. 08. 2013 Propst- und Stadtpfarrer der Propstei- und Stadtpfarre Eisenstadt-Oberberg
gestorben: 10. Mai 2021 in Eisenstadt
Quelle: Diözesanarchiv
Nachruf der Diözese Eisenstadt (aus: www.martinus.at):
11.05.2021 - Diözese Eisenstadt
Kanonikus Konsistorialrat Mag. Martin Korpitsch, Generalvikar der Diözese Eisenstadt,
Dompropst des Kathedralkapitels zum hl. Martin in Eisenstadt ist in den späten Abendstunden des 10. Mai 2021 im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt, kurz nach Vollendung seines 65. Lebensjahres, im 41. Jahr seines Priestertums, friedlich eingeschlafen und hat seinen Pilgerweg auf dieser Erde beendet.
Gott der barmherzige Vater möge ihn an der Tür Seines himmlischen Vaterhauses willkommen heißen, in die Arme nehmen und ein Festmahl für ihn veranstalten.
Bischof Ägidius J. Zsifkovics, der Martin Korpitsch in seinen letzten Stunden begleiten durfte, würdigt den Generalvikar „als einen leidenschaftlichen Seelsorger, der die Menschen liebte, der immer für die Menschen da war, bis zur persönlichen Verausgabung. Martin Korpitsch war ein Priester, der die Kirche liebte, der mit ihr litt und ihr diente. Er war ein unermüdlicher Brückenbauer, weltoffen, ein Priester, der dem heutigen Menschen ganz zugewandt war.“ Bischof Zsifkovics sagt weiter: „Er war mir nicht nur eine wichtige Stütze in der Leitung der Diözese, er war Mitbruder und mir ein guter Freund. Die Diözese hat gerade am Ende ihres Jubiläumsjahres einen wichtigen Mann, einen großen Mann verloren. Er ruhe in Frieden!“
Martin Korpitsch wurde am 23. April 1956 in Graz geboren. Seine Kindheit verbrachte er in der Geborgenheit seiner großen Herkunftsfamilie in Mogersdorf. Er besuchte das Gymnasium und das Bischöfliche Knabenseminar in Mattersburg, wo er 1974 die Reifeprüfung ablegte. Nach seinen Studien an der Katholischen-Theologischen Fakultät der Universität Wien und der Ausbildung im Bischöflichen Priesterseminar der Diözese Eisenstadt in Wien wurde er am 29. Juni 1979 im Eisenstädter Martinsdom zum Diakon geweiht. Das Pastoralpraktikum absolvierte er im Bischöflichen Sekretariat sowie an der Dompfarre in Eisenstadt.
Am 29. Juni 1980 wurde er im Eisenstädter Martinsdom von Bischof László zum Priester der Diözese Eisenstadt geweiht und zum Kaplan an der Dompfarre ernannt. Von 1981 bis 1987 war er Bischöflicher Sekretär und er arbeitete auch im Bischöflichen Ordinariat mit. Von September 1987 bis Ende August 1988 war er Sekretär des Bischöflichen Ordinariates zur Vorbereitung des Pastoralbesuches Papst Johannes Paul II. Während dieser Zeit war er auch zur Mitarbeit in der Stadtpfarre Eisenstadt-St. Georgen beauftragt.
Ab September 1988 war er Pfarrmoderator der Pfarre Schützen a. Geb. und ab 1. Jänner 1989 zusätzlich auch Pfarrmoderator der Pfarre Donnerskirchen. Im November 1993 wurde er zum Pfarrer dieser beiden Pfarren ernannt, die er bis August 1995 betreute. Seit 1992 war er Diözesanseelsorger der Mesner*innen. Im September 1995 wurde er zum Stadtpfarrer der Stadtpfarre Pinkafeld und zum Geistlichen Assistenten der Franziskusgemeinschaft in Pinkafeld ernannt, wo er bis 2005 – ab dem Jahr 2000 auch als Dechant – segensreich wirkte. Ab 1997 war er Diözesanpräses des Österreichischen Kolpingwerkes im Diözesanverband Eisenstadt. Von 1995 bis 2011 war er geistlicher Assistent der Caritas und Mitglied des Caritas-Kuratoriums.
Im September 2005 wurde er zum Propst- und Stadtpfarrer der Propstei- und Stadtpfarre Eisenstadt-Oberberg sowie zum Stadtpfarrer der Stadtpfarre Eisenstadt-Kleinhöflein ernannt. Seit 2006 war er Kanoniker des Kathedralkapitels zum hl. Martin in Eisenstadt. Ab 2007 war ihm die Seelsorge für die Gehörlosen in der Diözese Eisenstadt anvertraut. Er war auch Dechant-Stellvertreter und Dekanatsleiter des Dekanates Eisenstadt, dessen Dechant er im Jahr 2012 wurde.
Am 1. September 2013 wurde er von Diözesanbischof Zsifkovics zum Generalvikar der Diözese Eisenstadt ernannt. Damit war er auch Mitglied aller maßgeblichen Gremien der Diözese Eisenstadt, denen er teilweise auch davor schon in seinen verschiedenen Aufgaben als Pfarrer und Dechant angehört hatte. Darüber hinaus war er Vorsitzender des Hilfswerkes Fastenaktion, Herausgeber der Kirchenzeitung „martinus“, Leiter des St. Martins-Verlages, zeitweilig Diözesanbeauftragter für das Katholische Schulwesen und kurze Zeit auch Pfarrprovisor der Dom- und Stadtpfarre Eisenstadt. Er war Obmann der 2017 neu errichteten St. Martinus-Gemeinschaft Eisenstadt.
Seit dem Martinsfest 2013 war er Domkustos des Kathedralkapitels zum hl. Martin in Eisenstadt und seit Martini 2019 Dompropst, wobei er bis März 2021 noch den Dienst des Domkustos versah.
Am 10. Mai 2021 fand sein zuletzt sehr schwerer irdischer Pilgerweg im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt ein friedliches Ende.
Das geistliche Wirken von Martin Korpitsch wurde mit den Titeln eines „Bischöflichen Geistlichen Rates“ sowie eines „Wirklichen Konsistorialrates“ ausgezeichnet. Von öffentlichen Stellen wurde sein Wirken mit dem Verdienstzeichen in Gold der Marktgemeinde Pinggau, mit dem Ehrenzeichen des Landes Burgenland sowie mit dem Verdienstkreuz in Gold und mit dem Ehrenring der Landeshauptstadt Freistadt Eisenstadt gewürdigt.
Martin Korpitsch war in seinem Leben und Wirken als Pfarrseelsorger und noch viel mehr als Generalvikar der Diözese Eisenstadt ein Seelsorger, der sich aus einem tiefen persönlichen Glauben heraus wahrhaft nach dem Vorbild des guten Hirten Jesus Christus um die ihm anvertrauten Gläubigen und Priester sorgte. Niemals schlug er eine Tür zu, er ging jedem einzelnen nach und versuchte, mit großer Geduld auch in ausweglosen Situationen Kompromisse zu finden. Seine Güte und sein Langmut waren scheinbar unbegrenzt. Er achtete weder auf Zeit, Kosten oder auf die eigene Gesundheit, wenn es darum ging, Menschen nachzugehen oder ihnen zu helfen.
Martin ist sehr gerne gereist und war auch deswegen weit über die Grenzen der Diözese hinaus mit unzähligen Menschen bekannt oder befreundet. Viele hat er begleitet oder auf verschiedene Weise unterstützt und für jede*n hatte er immer ein gutes, aufmunterndes Wort. Besonders wichtig war ihm seine große Familie: seine Mutter, seine Geschwister mit ihren Partner*innen und ihren vielen Kindern und Kindeskindern.
Auch in der letzten Phase seiner schweren Erkrankung schaffte er es immer wieder unter der Zuhilfenahme neuer Medien auf die Menschen zuzugehen, ihnen nahe zu sein und ihnen die Frohe Botschaft zu verkünden.
Mit Generalvikar Martin Korpitsch verliert die Diözese Eisenstadt einen guten Hirten, einen unermüdlichen Brückenbauer und einen Seelsorger mit Herz.
Gott, der die Barmherzigkeit und die Liebe ist, vergelte ihm all das Gute, das er hier auf Erden bewirken konnte, er nehme ihn auf in sein Vaterhaus und lasse ihn teilnehmen am himmlischen Hochzeitsmahl.
Text aus der diözesanen Homepage "www.martinus.at" vom 30. Juni 2020:
Generalvikar Martin Korpitsch 40 Jahre Priester: Seelsorger und Brückenbauer
Zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum lud Generalvikar Korpitsch zu einer Messe in den Eisenstädter Martinsdom.
Eisenstadt – Als "Seelsorger mit Talent zum Brückenbauen" ist der Eisenstädter Generalvikar Martin Korpitsch aus Anlass seines 40. Priesterjubiläums von Diözese, Domkapitel und Dompfarre gewürdigt worden. Der Jubiläumsgottesdienst fand am Montag - Hochfest Peter und Paul – im Martinsdom von Eisenstadt statt. Korpitsch ist 64 Jahre alt und stammt aus Mogersdorf im Südburgenland. Schon bald nach Theologiestudium in Wien und Priesterweihe 1980 wurde er Sekretär von Bischof Stefan László, und half u.a. damals (1988) dabei den Papstbesuch im Burgenland vorzubereiten.
Kurz vor seinem Amtsantritt als Generalvikar im Jahr 2013 hielt Korpitsch im Interview mit der Kirchenzeitung "martinus" fest: "Ich glaube, dass ich in meiner neuen Aufgabe nicht nur am Schreibtisch sitzen werde". Er hat sein Versprechen gehalten und ist seinen Stärken sowie Naturell gemäß – trotz administrativer Tätigkeit – Seelsorger geblieben.
Stimmungsvolle Messe im Zeichen Dankbarkeit
"Es war für mich schon ein Erlebnis. Was mich berührt hat ist, dass Leute da waren die zum Teil weite Wege gemacht haben. Ich habe gespürt, dass da große Dankbarkeit ist", betonte Generalvikar Korpitsch in einem Gespräch nach dem Gottesdienst. Die Dankbarkeit, die der Jubilar seitens der Mitfeiernden wahrnahm und die er empfand, teilte er in der Messe mit den Anwesenden. Und er gedachte den vielen Gottesdiensten, die er im Martinsdom als Seelsorger miterlebt hatte und dann auch als Generalvikar übernahm.
Nach dem Gottesdienst plauderte er in neuer Gewandung – einem Geschenk seiner Schwester – mit den MessbesucherInnen und wartenden GratulantInnen.
"Brückenbauen" als wichtige Arbeit
Es brauche "das Zugehen auf die Menschen, aber auch die Verbundenheit mit Jesus", betonte Korpitsch anlässlich seines 60. Geburtstages vor vier Jahren in einem Gespräch mit der Kirchenzeitung. Eine wichtige Aufgabe sah er immer im "Brückenbauen". Dabei versuchte er nie zu missionieren, sondern ließ seine Werte sanft einfließen. "Die Menschen vertrauen mir viel an, weil eine Verbundenheit da ist", betonte er. "Es ist auch wichtig Kontakt zu jenen zu halten, die nicht in der Kirche sozialisiert sind."Korpitsch pflegt den Kontakt zu unterschiedlichen Milieus, seine Leutseligkeit hat ihm auch in kirchenfernen Kreisen Anerkennung und Popularität beschert.
Seit Jahren kämpft er mit einer Krebserkrankung. Seinen Tatendrang hat diese aber wenig beeinflusst.
Bodenständig und bescheiden
Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics beschreibt seinen Mitbruder als Meister darin "Brücken der Verständigung zu bauen". Damit werde er "mit seiner bodenständigen, bescheidenen Art selbst zu einem spirituellen Leuchtturm der Martinstaten".
Bischof Zsifkovics strich dessen "Offenheit und Leutseligkeit im unkomplizierten Zugehen auf die Menschen, sein seismografisches Gespür für deren Hoffnungen und Ängste sowie sein unermüdliches Arbeiten im Garten des Herrn"hervor.
Martin Korpitsch war u.a. Pfarrer in Schützen am Gebirge, Donnerskirchen, Pinkafeld, Eisenstadt-Oberberg und Kleinhöflein. Er ist aktuell auch Dompropst des Domkapitels zum heiligen Martin, bekam von der Stadtgemeinde Eisenstadt 2016 den Ehrenring verliehen und ist Träger des Ehrenzeichens des Landes Burgenland. Als Sekretär von Bischof László traf er mehrmals Papst Johannes Paul II., der ihn sehr beeindruckte.